Berlin Autofrei? Bitte nur noch ein verrückter Vorschlag pro Tag

"Berliner Initiative will nur noch zwölf private Autofahrten pro Jahr erlauben
Mit einem Gesetzentwurf will eine Bürgerinitiative den Autoverkehr in Berlin drastisch einschränken. Autofahrten wären nur noch im Ausnahmefall erlaubt. Nach zehn Jahren soll sich die Zahl der gestatteten Fahrten noch mal halbieren." Quelle WeLT

Gestattet - ja, richtig gelesen, man gestattet den Einwohnern noch 12 Fahrten pro Jahr, zumindest wenn es nach dieser Initiative geht, die von sich selbst behauptet: "Wir, das ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Privatpersonen, die sich im Herbst 2019 zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, um den Volks­entscheid ehrenamtlich zu organisieren und ein Gesetz zu entwerfen.
Wir sind unabhängig von Verbänden oder Organi­sationen, unabhängig von staat­lichen Geldern und sind partei­politisch neutral."

Nun, so ganz ehrlich ist das nicht. Zumindest nicht, wenn man sich als unabhängig und politisch neutral bezeichnet. Denn es sollen Spenden "(...) bitte (...) an: Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) e.V." überwiesen werden. Laut TAZ gibt es zu dem e. V. folgendes zu sagen: "Herzstück ihrer Arbeit ist die Webseite gemeingut.org und das Archiv, das Jürgen Schutte betreut. Der emeritierte Professor für Literaturwissenschaft ist ebenfalls Gründungsmitglied und im wissenschaftlichen Beirat von Attac."

Laut dem eigenem Impressum gehört (im Sinne von "c/o") die Initiative zum sogenannten "Nachbarschaftstreff im Schillerkiez", der durchaus von der Politik gefördert wird, wie das Abschlussbanner der eigenen Website zeigt.

 

Um nicht falsch verstanden zu werden: Nichts geht über Nachbarschaftstreffen, eigene Initiativen und die Gewinnung von demokratischen Mehrheiten. Auch wer Attac gegründet hat, Mitglied ist oder unterstützt soll kann und wird respektiert, denn sie oder er werden wohl gewichtige Gründe für ihre Entscheidung gehabt haben. Doch wer den Eindruck vermittelt, eine wirklich unabhängige Organisation zu sein und doch mit politischer und finanzieller Unterstützung agiert, verwischt das Bild. Hier sollte man mehr Ehrlichkeit an den Tag legen und die Interessen im Hintergrund transparenter gestalten.

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