Ein dokumentarischer Ausflug in den Online-Skat

Wie fast alles andere auch kann man Skat seit einigen Jahren auch "online" spielen. Im A...-Store sticht dabei der "Skat-Palast" hervor und wir haben ihn mit etwa 15.000 Spielen ausprobiert und können bestätigen: Der Palast ist perfekt programmiert, absturzsicher und so einfach strukturiert, das auch ein Anfänger von ersten Spiel an mit der Bedienung zurecht kommt. Mit anderen Worten: er sticht nicht nur im "Store" eines gewissen Telefonherstellers hervor, er ist grafisch und technisch das Beste was auf dem Markt ist.

Doch uneingeschränkt ist der Palast leider nicht zu empfehlen, denn das was Anfängern zunächst kaum auffällt, erzeugt verärgertes Stirnrunzeln bei erfahrenen Spielern: die auffällige Häufung von Grands, Null-Overts und Farbspielen mit manchmal sieben Spitzen.

Das alleine wäre aber kaum Anlass zur Kritik, wenn diese guten Spiele nicht stets einem Spieler am "virtuellen" Tisch vorbehalten wären und mit dem Verlust von Punkten auch finanzielle Einbußen zu verkraften wären. Letztere halten sich zwar (je nach Einstellung) im Groschenbereich, summieren sich aber bei mehreren tausend Spielen auf ansehnliche Beträge.


Die Kritiken über eine (mögliche) ungerechte Kartenverteilung füllen sowohl die Kritiken im App-Store als auch den Blog der Website. Wir, und das ist die bittere Pille für die ansonsten saubere Arbeit des progammierenden Unternehmens, schließen uns dem verbreiteten Eindruck an und empfinden die Kartenverteilung ebenfalls als unerträglich manipuliert.

Um bei dem abgebildeten Beispiel zu bleiben - 17 Siege in einer Stunde ist für keinen Spieler unter realen Bedingungen - und ohne "Hilfe" zu erreichen. 17 Siege pro Stunde bedeuten aller 3,52 Minuten ein Sieg. Geht man von von der bereits unwahrscheinlichen Annahme aus, der o. g. Spieler würde jedes zweite Spiel in einer Stunde gewinnen, blieben ca. 105 Sekunden pro Spiel für Geben, Reizen, Anspielen und etwas Nachdenken. Noch dazu muss dieser Spieler nach jeder dritten Runde zwei neue Spieler finden.

Wie eine ungeschönte Spielestatistik im Skat-Palast ausschaut, haben wir hier dargestellt. Erkennbar ist, das nur jedes fünfte Spiel der letzten 100 gespielt werden konnte. Umgerechnet auf die obigen 17 Siege pro Stunde hieße das, der Spieler hätte 85 Spiele in einer Stunde spielen müssen.

Auf diesen Mißstand angesprochen, erklärt der Betreiber stets, das man "vereinzelt" Beschwerden erhalte, es sich aber stets nur um subjektive Eindrücke handeln würde.

Wie "vereinzelt" die Beschwerden sind, kann jeder einsehen, der die Seite "Kritiken im App-Store offnet.


Um aber Fakten für sich sprechen zu lassen, folgen nun nacheinander die Spiele vom 19. und 20. diesen Monats. Auf besondere Auffälligkeiten weisen wir an den betreffenden Stellen extra hin. Wir spielen als "Neuling" auf schwarzem Grund lediglich drei Spiele von 52.


An dieser Stelle weist das Programm darauf hin, dass alle Chips verbraucht sind (man verliert sie durch verlorene oder nicht gespielte Spiele). Wir haben uns entschieden keine zu kaufen und ohne Geld ein Einzelspiel zu machen. Mit einem verblüffenden Ergebnis:

Man gönnte und im ersten kostenfreien Spiel ein einwandfreies Farbspiel, im zweiten gleich drei Buben und im dritten ein weiteres Spiel. Solange wir bezahlt hatten, mussten wir 25 Spiele nur als Kartenhalter dienen und den entsprechenden Verlust an Punkten und Geld hinnehmen. Als es um nichts mehr ging, waren wir kurzfristig als Spieler erwünscht.

Um Mitternacht bekommt jeder Spieler eine kleine Anzahl Chips gesponsort, so dass wir heute wieder voll mitspielen konnten. Aber das erste Spiel war ernüchternd.

Man dachte an einen guten Tag, doch dann war das Spiel gegen Grün-Hand weg. Natürlich ohne Chance, gewonnen zu werden, aber wir konnten abermals keine Punkte für uns verbuchen.

Und dann kam das erste Vereinsmitglied ins Spiel. Ein Blick auf das Spiel sagt einem eindeutig, dass alles nur Zufall ist ...

Und die Glückssträhne des VM hält an, wir sind wieder zur als Kartenhalter abgestellt.