Hassenhausen

Tip für eine Tagestour

Wenn man sich für, Geschichte interessiert, für kulinarische Leckereien und Kinder mit sich führt, ist VOR der Besichtigung des Örtchens Hassenhausen ein Besuch auf der Eckertsburg empfehlenswert. Und zwar nicht nur wegen der Geschichte, sondern wegen des vorzüglichen Essens in Freisitz und der wundervollen Aussicht. Dabei ist der Aufstieg für jeden der halbwegs fit ist leicht zu bewältigen und rollstuhlgeeignet.


Der Aufstieg zur Burg - etwas langweilig, aber gut zu bewältigen, auch für ältere Menschen

Der Blick von der Burg - zum Glück (noch) ohne klimarettende  Quirle

Ankunft auf der Eckertsburg - eine Begrüung mit wundervollem Ausblick auf die Landschaft (und Vogelschredder)

Bier ist Geschmacksache - aber nach dem Aufstiegt schmeckt ein "Apoldaer" aus dem klassischen Henkeltöpfchen ausgezeichnet.


Der Abstieg ist identisch mit dem Aufstieg - im Prinzip logisch - aber es gibt keinen anderen Weg. Mit dem Abstieg verbunden ist auch das Quengeln der liebreizenden Kinderchen, denn am DinoWelt-Wäldchen kommt kein Sprössling vorbei. Auch kein Erwachsener, denn der kleine Park ist so wunder- und liebevoll gestaltet, dass wir nur noch hoffen können, das nicht die Ausgangssperren des 20er-Jahres, auch seine Existenz gekostet hat. Wenn es ihn noch gibt, Leute, dann schaut mal rein und gebt, wenn Ihr habt, einen Euro mehr aus! Die Menschen, die diesen Park geschaffen haben, haben sich wirklich richtig viel Mühe gegeben, etwas für die Kinder auf die Beine zu stellen und haben es nicht verdient, "besorgten Gesundheitsexperten" plattgeredet zu werden.

Informationen für die Eltern auf der Webseite des Parks!

Aber nun - Hassenhausen

Der Weg nach Hassenhausen (von Eckertsberga) führ zunächst an einer auffälligen Landschaftsformation vorbei, an Feldern und an einem auffälligen Denkmal. Deswegen aufmerksam im den Rückspiegel blicken, rechts abbiegen und den Feldweg bis zum Denkmal benutzen. Er ist für normale PKW geeignet, Sportwagenfahrer(innen) sollten besser am Anfang parken. Aber es lohnt sich.

Hinweis: Für das Verständnis der Teilschlacht 1806 um Hassenhausen, halte ich den Besuch des Denkmals für wichtig. Mit Namen verknüpfen sich Zusammenhänge und Schicksale, die Vorstellungen realer machen.

Rastplatz an den Denkmälern - gepflegt, aber Achtung Wespen!

Blick vom Denkmal zurück auf die Straße


Angekommen am Denkmal stellt man fest, das es sich um eigentlich um zwei handelt. Das eine, mehr eine Markierung, steht für Leopold Alexander von Wartensleben (1745-1822), einem preußischen Divisionskommandeur in der Schlacht von Jena und Auerstedt, mit recht traurigem Schicksal.

Er überlebte die Schlacht verletzt, ist aber dennoch Opfer eines Kriegsgerichts geworden, für das Friedrich Wilhelm III verantwortlich zeichnete.

Dieser König suchte Zuflucht in Memel. Und während andere im wahrsten Sinne "den Kopf" hinhielten, wegen der verlorenen Schlacht "verurteilt" wurden und bis zum Lebensende ruiniert blieben, fürchtete er sich vor "Unruhe der Bürger" ...

"Unser Dämel sitzt in Memel" - weitere Infos zu den Auswirkungen der Schlacht und mal nicht Wikidingens ...


Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel

Der oberkommandierende des preußischen Heeres hatte nach einem längern und erfolgreichen Leben im Alter von 71 Jahren tatsächlich ein noch tragischeres Schicksal, als der o. g. von Wartensleben. Eine Kugel von der Seite zerstörte ihm in der Schlacht beide Augen. Und alles an der Stelle, an der heute dieses Denkmal steht.

Leider musste ich es gegen die Sonne fotografieren, so dass es kaum geeignet schein. In einer Mischung aus Mitleid für seine schwere Verwundung und der Gänsehaut erzeugenden Tatsache, auf gleicher Stelle zu stehen, will ich das Bild dennoch posten, auch wenn es auf Wikipedia ein besseres gibt.


Der Fuß des Denkmals war besser abzulichten - samt seinen "patriotischen" Widmungen. Mag man über diese Widmung denken was man will, wir sind der Ansicht, dass solche Denkmäler, Tafeln und Stelen uns daran erinnern, dass zu vergangenen Zeiten Menschen an dieser Stelle gestorben sind. Wenn dabei das Schicksal eines Herzogs im Mittelpunkt steht, so mag der eine es als Rest einer feudalen Gesellschaft halten. Der andere denkt bei dem Beispiel an die vielen unbenannten und unbekannten Menschen, die ähnliches, schlimmeres und viel schlimmeres erleiden mussten, bis der Tod so gnädig war und dem Leid ein Ende setzte. Wenn wir diese Denkmäler entfernen, entfernen wir nicht den überspitzen Nationalismus, wir feiern auch nicht die "Helden", sondern wir entfernen das Leid und den Tod aus der Erinnerung an unsere Vorfahren. Entfernen wir aber Tod und Leid, entsteht eine neue Generation die im "Stahlgewitter Heldenmut" zeigen will. Damit beginnt der Kreis wieder dort, wo er mit dem Leid und Tod schon 1806, 1870, 1914 und 1939 war.  Das ist jedenfalls meine Meinung.

Museum Hassenhausen

Unbedingt besuchen: die Website des Museums www.museum-hassenhausen.de mit vielen Informationen.

Noch besser: unserer Tourempfehlung folgen und das Museum im Pfarrhaus besuchen. Es lohnt sich!

Da das Museum nicht so bekannt ist, empfehlen wir, vor dem Besuch anzurufen und einen Termin mit einer wirklich sehr sehr netten Dame abzusprechen. Die Kontaktdaten finden Sie hier.

 

Sparen Sie sich auch nicht die paar Euro für den Erlebnisbericht des damaligen Pfarrers! Ein kleines Heftchen, schnell gelesen - versetzt einen in die schlimme Zeit, trägt aber auch eine recht amüsante Anekdote.


Das Bild von Wikipedia. Für diese Perspektive hatte uns die Leiter gefehlt ...

Soviel wir wissen diente das Pfarrhaus während der französischen Besetzung als Kommandantur. Die Wachäuserln sind übrig geblieben (oder nachgebaut), standen aber vor dem Tor. Ansonsten scheint in und um das Pfarrhaus alles beim Alten geblieben zu sein. Wir haben uns deshalb fotografisch auf Details beschränkt, die garantiert original sind.


Über diese Steine sind garantiert der Pfarrer von 1806 und eine Unmenge an französischer Uniformträger gelaufen

Der Innehof in der Totalen. In den Wachhäuserln stehen französische Soldaten - nein, Puppen mit französischen Uniformen ...


Bemerkenswert - der Kirchturm in dem ein Detail immer noch an 1806 erinnert - der Einschlag einer Kanonenkugel. Bild aus dem Museum.