Ein Trampelfpad und die Koburger Straße am Eulenberg 1945 und 2021

Das uns vor einigen Jahren in die Hände gefallene - besser noch - käuflich erworbene - Luftbild der Amerikaner aus dem Jahr 1945 - kurz nach Kriegsende - liest sich wie ein Buch. Jeder Pixel hält eine Stelle fest die man heute noch kennt, eine Kreuzung über die die man täglich fährt oder ein Haus, an dem man heute noch vorbei geht. Das erste was uns bei der Betrachtung des riesigen Plakates (ausgedruckt und ausgerollt ist die Fotografie 4 mal 4 Meter groß) ist ein Trampelpfad den es heute noch gibt.


Gut, seit zwei oder drei Jahren schließt jetzt an den platt getretenen Weg eine Straße an, die heute bis an den Hermann-Müller-Staße reicht, aber der Pfad ist eindeutig zu erkennen.

Das nächste was uns bei der der Betrachtung auffiel, sind die "merkwürdigen" Ausgrabungen links bzw. östlich der Koburger Straße. Herangezoomt wird deutlich, das es sich Flakstellungen handelt; die Baracken dienten zur Unterbringung des Bedienpersonals.

Eine kurze Recherche zeigte, das Gautzsch zum "ersten Flakriegel" vor Leipzig gehörte, da die meisten Amis von Zwenkau her anflogen.

Auf dem Original betrachtet, das viele Details noch genauer ausweist, macht auf seltsame Weise deutlich, dass auch an Markkleeberg der Krieg nicht spurlos vorbeigegangen ist. Noch deutlicher wird das, wenn man seinen Blick von der Stellung zwei Bildcentimeter nach links oben verschiebt. Dort sind auf dem freien Feld neun helle Punkte zu erkennen, von denen acht eindeutig Einschlägen zuzuordnen sind, die ihr Ziel nur knapp verfehlt hatten. Der neunte Punkt ist entweder ein Fotofehler oder eine Reflexion.


Der Betrachtung folgte natürlich die Überlegung, wo denn genau die Flackstellung war und was sich heute "auf" ihr befindet. Als "Zeitzeugen" der DDR, die wir das Feld seit 1970 in- und auswändig kannten, wären die Reste sicher aufgefallen, wenn es sie noch gegeben hätte. Auch ältere Zöbigkerianer oder Gautzscher konnten sich zwar noch an die Stellung als solche, aber nicht an den genauen Ort erinnern. Der einzige Anhaltspunkt war, das sie "gegenüber dem Friedhof" gelegen haben "musste", den es allerdings damals noch garnicht gab.

In der Folge dieser Ungenauigkeiten haben wir uns GoogleEarth bedient und eine kleine Montage erstellt.

Das Originalbild

Das Originalbild mit 10% Überdeckung

Das Originalbild mit 25% Überdeckung


Das Originalbild mit 50% Überdeckung

Das Originalbild mit 75% Überdeckung

Das Originalbild mit 100% Überdeckung


Für alle die sich noch nicht genau orientieren können, haben wir anhand der historischen und der modernen Karte eine Legende erstellt, die helfen könnte, sich entlang der Koburger Straße zurecht zu finden. Bitte anklicken ...

1945

2020

Um den Kreis zum schrecklichen Krieg zurückzuführen möchten wir besonders den "Neumarkkleebergern" aus den alten Bundesländern das Buch "Die Abenteuer des Werner Holt" von Dieter Noll empfehlen. Im "Osten" gehörte dieses Buch in der 10. Klasse zum Unterrichtsstoff und ist fast jedem/-r bekannt. Dieter Noll, selbst Flakhelfer gewesen, beschreibt darin ohne allzuviel politischen Krims-Krams sein Leben und Überleben in einer Flakstellung wie der in Markkleeberg. Weitere Informationen auf Wiki.