Genderei - Vorsicht mit Begrifflichkeiten

Seit dem die Gleichstellungsdebatte die Studentinnen und Studenten erreicht hat, gibt es dort "Studierende", wie man weiß. Das ist ja auch soweit in Ordnung, obwohl kaum jemand tatsächlich bei einer bevorstehenden Begegnung mit einer Reisegruppe ausländischer Studenten allein maskuline Wesen zu treffen annahm. Aber in Ordnung, es gibt Menschen die Wert darauf legen, nicht dem grammatikalischen Geschlecht zugeordnet zu werden, dabei aber mit ihrer ideologischen Wortwahl dennoch mit der Grammatik in Konflikt geraten. So wäre die "Gruppe ausländischer Studierender" die an einer deutschen Universität zu Besuch ist, doch höchstens eine "Gruppe Reisender" oder "Besuchender". Gut, man kann dieses Mißgeschick auswalzen; man will etwas Gutes und Gerechtes erreichen, deshalb ist es unangebracht, den guten Willen ins lächerliche zu ziehen. Außerdem überlassen wir das bewusste Fehlinterpretieren denjenigen, den gute Argumente Fehlen.

Was aber wohl die wenigsten Verfechter/-Innen*** (usw.) der ideologischen Grammatik wissen werden ist, das ein Begriff wie "Studierende" auch in Dokumenten der Nazizeit zu finden sind. Aber dazu später.

Weniger lächerlich dagegen ist es, wenn die Folgen des ideologischen Denkens Auswirkungen auf Studierende hat. So wurden an der Uni Kassel einem "Studenten" (sicher männlich) für seine Arbeit Punkte abgezogen, weil er das "generische Maskulin" verwendete. Ein, wie wir meinen, völliger Fehlgriff der/des/die/das (oder was auch immer) "Lehrenden". Oder kurz gesagt: eine Frechheit! Denn wer glaubt, das sich heute hinter dem Begriff "Studenten" nur Jungmänner verbergen, ist entweder in der Zeit etwas zurückgeblieben oder ganz einfach böswillig. Wir glauben daran, das "jeder soll nach seiner façon selig werden" soll, Geschlecht und Neigungen sind uns völlig wurscht! Deswegen sprechen wir uns klipp und klar dafür aus, jede ideologische Sprachprägung zu ignorieren oder zu bestreiten! Natürlich kann man Frauen genau so würdigen, in dem man aus einem (maskulinem) "Wirtschaftsprüfer" eine "Wirtschaftsprüferin" macht, in dem man "Sehr geehrte Damen und Herren!" verwendet oder von "Studentinnen und Studenten" spricht. Das passt in unsere Sprache und hat jahrhunderte alte Tradition. Auch 1700 wäre niemand auf die Idee gekommen, von "Frau König" zu sprechen; es war stets "Ihre" oder "Seine Majestät" oder eben die "Königin" oder der "König". Außerdem kennt die deutsche Sprache nur zwei Geschlechter (im Unterschied zu anderen Sprachen die nur ein Geschlecht kennen - die gibt es wirklich!). Spricht man also beide an, sollten sich auch die Menschen angesprochen fühlen, die sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen.

Auffällig bei den ideologischen "Sprachbildenden" ist die Ignoranz, die sie einer wirklichen Auffälligkeit der deutschen Sprache entgegen bringen. Es gibt ein bekanntes Beispiel, bei dem ein (grundsätzlich) weibliches Wesen als "Gegenstand" angesprochen wird - nämlich sächlich. Diesen offensichtlichen Mißstand prangert kaum jemand öffentlich an, obwohl er einfach abzustellen wäre. Es geht um "das Mädchen". Während "der Junge" eine eindeutige Zuordnung erhält, bleibt jedermanns Töchterlein sprachlich gesehen ein "Gegenstand".  Selbst "der Hund" hat, ob Hündin oder Rüde eine Zuordnung; ebenso "die" Katze. Wenn man also sprachlich etwas verändern will, sollte man doch zunächst bei dieser wahrlich blöden Regel der Sprache beginnen.

Warum dieser Beitrag?

So einfach wie traurig. Beim Durchstöbern von Unterlagen sind wir auf ein trauriges Dokument gestoßen, das in die Nazizeit fällt und deutlich macht, dass Ideologien Menschen das Leben zerstören können. Nun wollen wir nichts mit diesem Regime von damals gleichsetzen, aber das Lesen der alten Dokumente sollte uns Warnung sein, was passiert ist und was passieren kann, wenn pure Ideologie den gesunden Menschenverstand ablöst. Da dieses Dokument einen (wohl ehemaligen) Mitmenschen aus Markkleeberg (Gautzsch) betrifft, soll es auf dieser Seite Platz finden. Es handelt sich um ein "Schreiben des Polizeipräsidiums Leipzig, den Fall Gerda Cohn (Kohn) betr., sowie Anordnung des Rektors der Universität Leipzig, 1 Blatt vom 3. bzw. 6. Juli 1933"

Weil der Text schwer zu entziffern ist, hier sein Wortlaut, sofern wir es entziffern konnten:

 

"Polizeipräsidium Leipzig, den 3. Juli 1933.

Am 3. Juli 1933 wird hier vorgebracht, daß die Stud.med. Gerda Kohn, wohnhaft in Gautzsch, in der nächsten Woche ihre medizinische Vorsprüfung machen wolle. Es gebe unter der Studentenschaft große Erregung, daß diese Jüdin, die als kommunistische Funktionärin bekannt geworden sei, sich noch hier an der Universität betätigen könne.

Es ist richtig, daß die Kohn kommunistische Propaganda getrieben hat. Sie ist deswegen hier in Schutzhaft gewesen. Der Vorgang gelangt daher an die Universität Leipzig - zu H.d.Herrn Universitätsrichters Sperling mit dem Anheimgeben, das Notwendige zur Unterbrechung des Studiums zu veranlassen.

(Unterzeichnet) "Schubart"


Ergänzt wird das Geschreibsel vom Rektor der Universität am 6. Juli 1933. "Die Studierende der Medizin Gerda Cohn, geb. 26(?).4.1911 a(?) Gautzsch, ist aus der Matrikel der Studierenden zu streichen, weil sie kommunistische Propaganda betrieben hat. Der Rektor der Universität. (Unterzeichnet) unleserlich."

Darunter Gekritzel das folgenden Wortlaut vermuten lässt: "Der Termin zur Streichung auf den 16.7.33 festgesetzt. Der Rektor (Unterschrift) unleserlich"

Ein gruseliger Gedanke, wenn man bedenkt, das eine 22jährige bereits in "Schutzhaft" war und dennoch weiter studieren wollte. Was "Schutzhaft" bei den Nazis bedeutete, braucht wohl kaum eine Beschreibung.
Gruselig ist es aber auch, wegen seiner politischen Überzeugung von der Uni geworfen zu werden. Daran sollten alle denken, die die DDR kennenlernen und nicht studieren durften, aber auch die, die heute wieder "Studierende" aus den Universitäten drängen wollen, die anders denken als sie selbst. Das etwas wieder möglich wird, was in der DDR möglich war, sollten wir alle verhindern. Und erst recht, das es jemals wieder so kommt, wie in der gruseligsten Diktatur, die Deutschland jemals erlebt hat.

Zum Abschluss noch einmal das Dokument, mit Photoshop verbessert. Quelle wie oben.



"Frauenzeitschriften" heute ...

Die Emanzipation ist auf dem Weg nach vorn!

Diese erfreuliche Entwicklung findet sich auch in den "Frauenzeitschrifen" wieder, die vor wenigen Jahren als Tipgeber für das Dasein der Damenwelt fungierte und die Aufgabe der Frau (!) vorrangig auf das leibliche Wohl des Ehemanns, der Kinder, des Liebhabers oder Staubsaugervertreters abstellte. Sicher haben es viele "Männer" genossen, ein solches "Heimchen am Herd" zu haben, das Nahrung oder Genußmittel am laufenden Band produzierte.

Das es so nicht weitergehen konnte, haben die Betroffenen nicht nur selbst, sondern - für sie - auch die politische Elite - praktisch amtlich - festgestellt.


Die femininen Zeitschriften von heute sind zwar auch noch als Helfer im Briefkasten oder am Kiosk zu finden - allerdings geht heute die Liebe heute in völlig anderer Art durch den Magen. Was damals den Mann dazu brachte, sich stöhnend auf der Couch zu wälzen, war ein Braten, ein Kuchen oder ein leckeres Desert. Heute kann es wohl häufiger ein Stück Stahl sein, das scharfkantig und mit Kraft in den Leib fährt. Deshalb ist es an der "modernen" Frau, auch hier tatkräftig zuzupacken, wenn sich der werte Herr Sohnemann oder Gemahl stöhnend auf dem Boden wälzend mit einem Messer im Bauch wiederfindet.

Ja, alles entwickelt sich eben und wer möchte zurück in die alten Zeiten? Es ist "Das beste Deutschland, das es je gab." sagt unser Präsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die veröffentlichten Kriminalstatistiken geben ihm ja bei optimierter Lesart recht.