Als in Zöbigker der Krieg verloren wurde - Oder ...

das Restaurant "Friedenseiche" historisch bedeutsam war

Wir haben uns lange gescheut die Geschichte hier zu veröffentlichen, da sie für lange Zeit nur auf einer Erzählung beruhte. Aber Fragen hilft weiter und so konnten wir uns diese kleine lustige Anekdote aus schrecklicher Zeit quer bestätigen lassen und gehen davon aus, das die Dinge zumindest so ähnlich passiert sind.

Alles begann mit einem erneuten sinnlosen Befehl im April 1945, nach dessen Inhalt sich alle männlichen Einwohner Zöbigkers zur militärischen Begutachtung am Schloss einfinden sollten, um "Volkssturmmänner" zu werden. Dabei waren alte Bauern, junge, in Russland zum Krüppel geschossene Männer, sonstige Verwundete und eine Menge junger Burschen. Allerdings fehlte auch rund ein Viertel derer, die heranbefohlen waren. Zöbigker war also nicht sonderlich kriegslüsternd, von den jungen Burschen abgesehen, die wohl nach Zeitzeugen recht begierig darauf waren, den heranrückenden Ami "aufs Korn" zu nehmen.

Man stand also einige Stunden bei nasskaltem Wetter draußen und fühlte wie Kleidung und Verbände durchnässt wurden, um den heroischen Worten irgend eines Parteigenossen höheren Ranges zu lauschen. Als dieser dann endlich endete, in seinen Wagen stieg und abfuhr, begab sich der traurige Zug zur Koburger Straße, am Damhirsch vorbei bis zur Kreuzung Zöbigker/Koburger Straße und nahm vor der Friedenseiche Aufstellung.

In Richtung Zwenkau (heute der Weg in die Harth) wurde sogar eine 72 mm PaK (da sind sich alle Opas einig) in Stellung gebracht und einige ältere Männer in die Bedienung eingewiesen, da die Herren Soldaten es vorzogen, den Rückzug anzutreten.

Der damalige Kneiper (namen bleiben unerwähnt) beschaute sich das Spektakel von seinem Schlafzimmer aus und öffnete gleich darauf die Gaststube. Vom Vorabend soll er wohl noch einige Fässchen (andere Quellen sprechen von einem großen


Fass) Bier vorrätig gehabt haben, auf die er die militärische Schar vor seinem Hause einlud. Nasskaltes Wetter und die Aussicht auf ein Hopfengebräu verfehlten die Wirkung nicht und so verließ Mann um Mann die Stellung, um sich das eine oder andere "zu genehmigen". Selbst die kampfeslustigen Burschen standen nicht nach und so besetzten bald etwa 30 Mann die Friedenseiche.

Alles ging gut bis der Gauleiter auftauchte, der sein Haus in der Schmiedestraße hatte und sich auf die Flucht begeben wollte, erschien und die Leute anschnautzte bis sie wieder draußen der Ankunft der Amis harrten. Ob es nun eine oder zwei Stunden waren die es dauerte, bis die Leute anfingen wieder nach Hause zu gehen, ist umstritten; Fakt ist, das die meisten wieder in die Kneipe einrückten und die Vorräte des Wirtes vernichteten, bis vor dem Haus anschwellendes Kettenklirren hörbar wurde.

Irgendwann soll es dann noch heftig gekracht haben und gleich darauf stand ein baumgroßer schwarzer Soldat in der Windfangtür der Kneipe und schaute etwas verwundert auf die leicht betrunkene Truppe. Zwei weitere Soldaten kamen, sammelten die Flinten ein, die an der Garderobe stehen geblieben waren und fuhren weiter.

So ging in Zöbigker der Krieg verloren, wie einige Alte witzelten und doch dabei froh waren, das niemand zu Schaden kam.


Allerding sollen - und diese Geschcihte ist unbestätigt - zwei Jungen an der Kreuzung Schmiedestraße/Sonnenweg, etwa dort wo der neugebaute Kinderarten (Purzelbaum) steht, einen Amipanzer in Brand geschossen haben.

Das an dieser Geschichte gezweifelt wird, hat den Grund, dass das Dorf alle Jungen kannte. Und wenn einer davon so einen Unsinn gemacht hätte, wäre darüber gesprochen worden. Da dies unterblieb deutet entweder darauf hin, das es sich um zwei leipziger Flakhelfer handelt, die auf dem Eulenberg Dienst taten oder eben das die Geschichte erfunden ist.

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